Freizeitwochenende für junge Flüchtlinge in Lambach

01. bis 03. Juli 2016

  „Kolping war ein guter Mann!“

Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, auch Schule oder Berufsausbildung - alles sehr selbstverständliche Erwartungen der Menschen in Deutschland. Dass dies in vielen Ländern der Welt nicht der Fall ist, das erfuhren Mitglieder der Kolpingjugend bei einem Integrations- und Freizeitwochenende mit jungen, unbegleiteten Flüchtlingen in Lambach einmal mehr hautnah.

Sieben junge Afghanen und ein junger Mann aus Gambia, alles Bewohner des Kolping-Jugendwohnheims Regensburg verbrachten bereits zum zweiten Mal ein Wochenende in Lambach. Die Leitung und Betreuung übernahmen mit Josef Liedtke, Martin Hahn und Sebastian Irlbacher Mitglieder der Kolpingjugend zusammen mit Miriam Hefer, einer Pädagogin des Jugendwohnheims.
Bei Wanderungen zum Osser und in die nahe Umgebung, kam man immer wieder gut miteinander ins Gespräch und hörte von den Sorgen und Hoffnungen der jungen Leute. Ausnahmslos alle Migranten wollen in Deutschland bleiben und hier einen Beruf erlernen – z. B. Koch, Mechaniker, Schreiner oder Autolackierer. Trotzdem die jeweiligen Familien nicht hier sind,  will keiner zurück in sein Heimatland. Immer wieder war zu hören: „In Afghanistan gibt es keine Perspektiven  für junge Menschen, weder Ausbildungs- noch Jobchancen!“ Bei einem Besuch in der nahen Herz-Jesu-Kapelle wurde sogar Gemeinsames und Trennendes zwischen Christentum und Islam erörtert und diskutiert. Bei einer Bildungseinheit erfuhren die Jugendlichen auch bei einiges über die Geschichte  von Regensburg, von Bayern und Deutschland.
Ebenso erfuhren sie einiges aus dem Leben des Gesellenvaters Kolping und über das Kolpingwerk. Ein Jugendlicher fasste seinen Eindruck zusammen: „Kolping hat viel Gutes getan, er war ein guter Mann!“

04. bis 06. Dezember 2015

„I Feel Respect in Germany!“

 

Die Diözesanjugendleitung gestaltete zusammen mit dem Schulungsteam ein integratives Freizeitwochenende für junge, unbegleitete Flüchtlinge in Lambach. Die Jugendlichen kamen aus Afghanistan, Eritrea und Pakistan. Untergebracht sind sie normalerweise in Immenreuth, dort werden sie von der Kolping-Berufshilfe betreut. In Tirschenreuth besuchen sie eine Vorbereitungsklasse der Berufsschule und lernen dort Deutsch, sodass die Kommunikation zumeist in der deutschen Sprache stattfand.

              

Am Freitagabend ging es mit dem gemeinsamen Abendessen los, bevor man anschließend den Abend mit gegenseitigem Kennenlernen und Gemeinschaftsspielen ausklingen ließ. Am Samstagvormittag standen abermals Gemeinschaftsspiele auf dem Plan, unter anderem wurde die hauseigene Minigolfbahn getestet. So manch einer überraschte, beim ersten Minigolfspielen seines Lebens, mit ungeahnter Präzision. Nachmittags wurde, gemeinsam mit vielen anderen Gästen des Hotels in der Sporthalle Fußball gespielt. Hierbei unterscheidet sich die Fußballbegeisterung der jungen Flüchtlinge kaum von der unseren. Zum Abschluss des Tages stand noch ein besonderes Highlight auf dem Programm. Auf einem Lagerfeuer wurde selbstgemachtes Brot, Punsch und Steckerlfisch zubereitet. Dabei wurden viele interessante Gespräche über die Kultur und Gepflogenheiten in den jeweiligen Herkunftsländern geführt. Dass zeitgleich im Speisesaal eine Nikolausfeier stattfand, welche natürlich vom Heiligen höchstpersönlich besucht wurde, gab zudem Stoff zur Diskussion. Am Sonntag konnten die Jugendlichen dann Bilder malen, in denen sie ihre Situation und die Erlebnisse der Flucht thematisierten. Manche waren dabei bis zu einem Jahr unterwegs mit dem Zug, Auto (Schlepper), Boot und zu Fuß. Teilweise hochdramatisch, lebensgefährlich und unter unvorstellbaren Anstrengungen und Entbehrungen. In ihren Heimatländern erlebten sie Bedrohung, Hunger, Folter und Krieg. Deutschland bedeutet für sie vor allem Frieden, aber auch Humanität und Zukunft. Einer schrieb auf sein Bild: „I feel respect in Germany!“

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kolpingjugend Diözesanverband Regensburg