Geistlicher Impuls für den Monat April

Achtung Sackgasse!

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Sackgasse! Ende! Aus! Es geht nicht mehr weiter! Viele von uns kennen das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen, keinen Ausweg mehr zu sehen. Man beginnt zu resignieren und stellt seine Entscheidungen in Frage. Irgendwie hat man das Gefühl allein zu sein! Niemand ist da, der mich versteht, der mir hilft, der weiß wo’s lang geht! Selbst Gott scheint weit weg zu sein, obwohl er versprochen hat, bei mir zu sein.


Genau mit diesen Fragen und Gedanken quälten sich auch die Emmausjünger (Lk 24, 13-35). Sie waren so sehr gefangen in ihrer Trauer, dass sie nicht begreifen und verstehen konnten, was Jesus Christus in seiner unendlichen Liebe zu uns Menschen eigentlich vollbracht hatte. Sie steckten fest in einer Sackgasse. Für sie gab es keinen Ausweg mehr.

 

Sackgasse! Ausweglosigkeit! Ende! Aus! Vorbei! - nicht mit Jesus Christus! Gott hat uns durch Jesus Christus einen neuen Weg eröffnet. Es ist ein Weg, der nicht im Tod endet. Es ist ein Weg, der ins Leben führt. Bei etwas Alltäglichem - beim Brechen des Brotes - beginnen die Jünger zu begreifen. Sie spüren, dass ER - ihr Freund Jesus - bei ihnen ist. Mit dieser Gewissheit kehren sie zurück ins Leben. Es gibt einen Ausweg. Der Kreuzweg Jesu ist unser Ausweg. Dieses Bild mit dem Sackgassen-Kreuz soll uns an genau diese Tatsache erinnern. Darin steckt das Geheimnis unserer Glaubens: Deinen Tod, oh Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat März

Die Pflicht muss das Herz regieren, sonst steht die Revolution vor der Türe und das Unglück läuft hundertfüßig hintendrein.

(Adolph Kolping)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

was hält eine Gesellschaft zusammen? Was hält einen Menschen zusammen? Wir lesen und hören von failed States, Staaten und Gesellschaften, die zerfallen, von Burn-Outs, Menschen die zerfallen, weil die innere Ordnung, das innere Gleichgewicht in Gefahr geraten. Wer weiß, warum er lebt und handelt, wer feste Werte hat, der kann ein sicheres Ziel verfolgen und muss sich nie der Sinnlosigkeit oder dem Zwang der Leistung aussetzen. Jeder Mensch ist ohne seine Taten vor Gott und somit auch für die Gesellschaft wertvoll. Das muss der Mensch aber auch erfahren: Wertschätzung und liebende Annahme ohne Vorbedingung. Wer das durch die Familie und in einer Gemeinschaft so erfahren hat, für den ist die Pflicht, sich daran auch mit seiner Kraft zu beteiligen, einsichtig und keine Last, sondern etwas, was er der Gesellschaft zurückgibt. Nur was wir selber erhalten und erfahren haben, können wir auch zurückgeben. Das gilt für die guten Dinge. Das gilt leider auch für die schlechten. Vorstände und Kolpingschwestern und -brüder sind Frauen und Männer der Pflicht, weil wir das Gute in unserer (Kolping-)Familie erfahren können. Darum wirken wir durch „solche Verbände auch heilsam in die Gesellschaft hinein.“

Die Fastenzeit lädt uns nun wieder ein, darüber nachzusinnen, was uns hält. Ich hoffe, ihr könnt euch die Zeit nehmen, im Gebet und im Glauben zu erfahren, dass Gott uns hält und auch die Gemeinschaft der eigenen und der Kolpingfamilie. Damit unsere Gesellschaft und auch wir nicht auseinanderfallen!

Gott segne euch! Danke für euer gutes Wirken!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Stefan Wissel, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

"Gefühle glauben nicht an das Realitätsprinzip!"

(Alexander Kluge)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Das Schlagwort von der „gefühlten Wirklichkeit“ tauchte im letzten Jahr häufig auf, als es um scheinbare Bedrohungen in unserem Land ging. „Postfaktisch“ setzte sich dieser Trend fort in der Verweigerung der Anerkennung belegter Zahlen und wissenschaftlicher Erkenntnis in Bezug auf die Seriosität der Presse und die Flucht-Problematik. Damit nicht genug: „Alternative Facts“ präsentierte der Pressesprecher von Herrn Trump in den USA, als es um den schlechten Besuch bei der Vereidigung ging. Ist Wahrheit eine Gefühlssache? Sind Vernunft und Verstand außer Funktion zu setzen? Bei einigen neueren diktatorischen Bewegungen weltweit macht man sich so die Unwissenheit der Untertanen dienstbar. „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit!“, stand es über Oliver Stones Vietnam-Kriegsdrama „Platoon“ zu lesen. Die Fakten der Kriege haben uns längst in der Flüchtlingskrise eingeholt.

Es ist an der Zeit, dass wir uns mehr politisch betätigen, uns informieren und nicht der Naivität von Unwissenden folgen. Demokratie liegt in der Verantwortung aller mündigen Menschen eines Staates. Es gibt keine einfachen Lösungen. Diese enden nur in den Extremen am rechten und linken Rand. Eine Mitte darf sich aber auch nicht der tatenlosen Arroganz hingeben, dass wir schon den richtigen Weg finden. „Politiker erzählen, sie könnten die Integration verfeindeter Menschen bewältigen.“, so Bassam Tibi über die naive deutsche besänftigende Politik „Fluchtursachen bekämpfen zu wollen“. Die „failed States“ arabischer und afrikanischer Stämme und Volksgruppen sind so nicht zu „reparieren“. Die vielen jungen Menschen, die hier bei uns ankommen, bringen diese Problematiken mit. 65 Millionen weltweit auf der Flucht. 560 Millionen wollen nicht in ihren Ländern bleiben. Es bedarf ernsthafteren Bemühungen und langfristigen Konzepten, die sich an der Kultur des jeweiligen Landes und seiner Geschichte orientieren, um überhaupt Ansätze für eine Zukunft, geschweige denn eine Lösung zu finden. Alle einfach integrieren zu wollen, wird dem Problem nicht gerecht und ist uferlos, was uns Studien aus Schweden längst zeigen.

„Nicht Frieden um jeden Preis, kein Zugeständnis an Grundsätze, die über kurz oder lang uns dann erst recht in unabsehbares Elend stürzen.“, so mahnt Vater Kolping.

Sehen wir uns Fakten genau an, werden wir vertraut mit komplexen Lagen und reden wir mit in der Politik - mit unseren christlichen Werten im Hintergrund. Und vielleicht engagieren sich wieder mehr in christlichem Namen in Parteien. „Wer Mut zeigt, macht Mut!“ Es geht um den Menschen, um alle Menschen. Alle sind Gottes Kinder.

Gott segne euch bei eurem guten Wirken!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Stefan Wissel, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

"Not lehrt beten und auch einig sein." (A.Kolping)

 

Wir sind bald übersättigt von den Nöten unserer Zeit. Kriege, Rechtsruck in Europa, neue Diktaturen, Zerrissenheit innerhalb der Kirche, neue Armut...

Vater Kolping vertraut auf das Gebet und die Kraft Gottes. Gerade die Zeit dafür nehmen sich viele Menschen nicht. Aber die Zeit zum Gebet ist unerlässlich, weil wir uns sonst seiner heilsamen Gegenwart nicht bewusst werden können. Das Gebet formt uns immer wieder um zu hoffnungsvollen Menschen, die dann auch die Kraft haben, das Gute zu tun.

Damit jeder nicht in eine andere Richtung zieht, ist ein gemeinsames Ziel notwendig. Einig müssen wir uns darin sein, was wir erreichen wollen, in der Kolpingfamilie, im Bezirksverband und auch im Diözesanverband. Als Verband sind wir demokratisch geordnet und auch dem christlichen Glauben verpflichtet. Doch auch darin liegt manchmal das Potential zum Konflikt, weil wir Menschen den Glauben auch unterschiedlich erleben und so auch unterschiedlich auslegen. Hier bitte ich euch, auf die Kraft des Gebetes zurückzugreifen. In Entschlossenheit seine Meinung zu sagen, aber auch in Liebe zur ganzen Gemeinschaft. Das ermöglicht das Gebet. Bitte vergesst es nie, wenn ihr euch trefft!

Mich drückt zur Zeit die Not der jungen Menschen, die Geflüchtet sind, deren wir uns im Kolpinghaus und beim Bildungswerk mit staatlicher Hilfe annehmen. Einigen wird die Abschiebung drohen und mein Gewissen drängt mich zu handeln. Vom rechtlichen Rahmen über Anwalt und Kirchenasyl. Was aber, wenn der rechtliche Rahmen nicht mehr genügt und das Gewissen trotzdem nicht still ist?

 

Betet bitte für unsere Einrichtungen und diese Menschen, wie auch um den Beistand Gottes für uns.

 

Gott segne euch!

Euer Präses!

Stefan Wissel

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