Geistlicher Impuls für den Monat Aprill

Kraftquelle im Alltag - Handyfasten

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

wie geht es euch, wenn ihr das Handy mal vergessen habt. Viele erleben es als Belastung. Dabei ist eine Nichterreichbarkeit ein Zugewinn an Freiheit. Wir haben in der Fastenzeit noch Zeit, in der wir auf das Handy verzichten können.

Ich kenne Familien, die vereinbart haben, dass die Handys in die Aufladestation kommen. Das tut der ganzen Familie gut. Eltern können mit den Kindern spielen. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass jemand ständig durch Anrufe oder Nachrichten unterbrochen bzw. abgelenkt wird.

Auch Firmen erwarten, gerade wenn sie international tätig sind, dass die Erreichbarkeit weit ausgedehnt ist. Rund um die Uhr erreichbar zu sein, ist aber gegen den Biorhythmus des Menschen und macht auf Dauer krank. Deshalb sind hier Regeln wichtig.

Was die frühe Kirche mit Askese gemeint hat - Einübung in ein gutes Leben, indem ich auf manches verzichte - das könnte heute neue Formen annehmen: ein zeitweises Verzichten auf Erreichbarkeit. Sinnvoll ist auch ein Verzicht darauf, dass ich immer gleich antworten muss. Es gibt Menschen, die ihr Smartphone mit ins Bett nehmen, aus Angst, sie könnten etwas versäumen. Doch damit versäumen sie das Wesentliche: die Ruhe in der Nacht, den gesunden Schlaf und die innere Freiheit, die wir für die Gestaltung unseres Lebens nötig haben.

So wünsche ich euch mit einem zeitweisen Handyfasten gute Erfahrungen in der Fastenzeit. Vor allem: Genießt die Freiräume, in denen niemand zu Euch durchkommen kann, weil du bei dir selbst angekommen bist und nun ganz bei dir bist.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat März

Fastenzeit -

40-tägiges Trainingslager

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

in diesem Monat beginnen wir am Aschermittwoch die Fastenzeit. Viele haben sich den Vorsatz vorgenommen, ihre Lebensführung zu überprüfen und wenn nötig auch zu korrigieren.

Es schleift sich im Laufe eines Jahres vieles ein, was die eigentliche Lebensform immer wieder stört. So kann es für uns eine Hilfe sein, wenn es im Rhythmus des Jahres besondere Zeiten und Tage gibt. Sie sollen uns helfen, unser Leben wieder konsequenter zu führen.

Der Aschermittwoch ist so ein Tag, für den gilt, wie es im 2. Timotheusbrief steht: "Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."

Diese Besonnenheit wird bei der Aschenkreuzauflegung deutlich, wenn es heißt: "Bedenke, Mensch..." Nachdenken, dem Leben eine Form geben, die Sehnsucht zu dir sprechen lassen, ihr nachfolgen und Gott um Kraft bitten.

So ist es natürlich, dass wir uns für die vierzig Tage der Vorbereitung auf Ostern etwas vornehmen, was wir gerne anders oder besser haben möchten. So sollen wir durch die Übungen der Lebensdisziplin, dem Geheimnis Gottes wieder mehr auf die Spur kommen. Wir sollen uns vergewissern, dass Gott unser Leben begleitet und dass er nicht aufhört bei mir persönlich und in der Welt zu wirken.

Nehmen wir uns für diese Wochen ein paar Minuten Zeit - jeden Tag, oder wenigstens einmal in der Woche - über folgende Fragen nachzudenken: Was hat mich an diesem Tag nachdenklich gestimmt? Wo habe ich die Größe Gottes gespürt, der mein Leben trägt, der mir aber auch Kraft zum Zupacken gibt?

Dieses vierzigtägige "Trainingslager" soll uns wieder körperlich und seelisch fitter machen. Dabei sollen wir aber die Ausrichtung auf Gott hin nicht vergessen. Es geht in diesen vierzig Tagen um unser Unterwegssein zu Gott.

So verbleibe ich mit dem Segen Gottes für diese Fastenzeit, dass ihr euren Vorsatz durchhalten könnt, mit einem Treu Kolping. 

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

Christus - das Licht der Welt

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Das neue Jahr hat uns bereits wieder voll umfangen. Die Tage werden länger und damit auch die Vorfreude, dass die Sonnenstunden immer mehr werden.

Am Anfang des Jahres am 2. Februar stellt uns die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn vor Augen. Die Eltern Jesu haben nachdem Gesetz des Mose ihren Erstgeborenen in die Kirche gebracht, um ihn dem Herrn zu weihen.

Auch sollte ein zweiter Ritus gefeiert werden. Die Mutter sollte zur „Reinigung“ ein Schaf und eine Taube an den Priester übergeben. So verweist uns dieses Fest sowohl auf Jesus, als auch auf Maria.

Am 2. Februar werden die Kerzen gesegnet, die im Laufe des Jahres im Gotteshaus verbrannt werden. Mit den Lichterprozessionen soll daran erinnert werden, dass wir alle Christus entgegengehen sollen.

Auch wenn dieses Fest „Maria Lichtmess“ benannt wurde und der Brauch der Kerzensegnung im Bewusstsein der Gläubigen fest verankert ist, ist dieses Fest ein Herrenfest. Das betont schon der Titel „Darstellung des Herrn“.

Auch im weltlichen Bereich hatte in früheren Zeiten Maria Lichtmess eine Bedeutung. Das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft endete an diesem Tag. So kam es nicht von ungefähr, dass an diesem Tag den Mägden und Knechten ihr Lohn ausbezahlt wurde.

Sie konnten von diesem Tag an ein paar freie Tage genießen. Auch konnte an diesem Tag der Wechsel des Arbeitgebers vollzogen werden. Sowohl die „Arbeitgeber“ konnten den Arbeitskräften den Laufpass geben, als auch die Mägde und Knechte konnten von sich aus kündigen und anderswo eine neue Stelle antreten.

Bei der Darstellung des Herrn im Tempel wurde Christus als das Licht bezeichnet. Kerzen erleuchten unsere Umgebung und unser Leben. So soll Christus das Licht auch unser Leben erleuchten.

Dieses Licht dürfen wir nicht für uns behalten, sondern müssen es weitergeben, damit die Menschen um uns herum erleuchtet werden von der Botschaft Christi. Sie bekommen dadurch Hoffnung für ihr Leben.

 

So verbleibe ich mit dem Wunsch, dass wir alle Lichtträger sind mit einem Treu Kolping.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

Cum deo - mit Gott

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit. Wir haben immer in jedes neue Heft auf die erste Zeile die Worte „Cum Deo“, das heißt übersetzt: mit Gott geschrieben.

Auch ich möchte gleichsam auf die erste Zeile des neuen Jahres diese beiden Wörter: Cum Deo“ schreiben. Nehmen wir es uns als Motto für dieses neue Jahr, dass Gott uns bei all unseren Unternehmungen mit seinem Segen begleiten möge.

Wir wissen nicht, was uns das neue Jahr bringen wird. Aber wir legen es vertrauensvoll in seine Hände. Gleichzeitig bitten wir Gott darum, dass er uns durch die Höhen, aber besonders durch die Tiefen sein Weggeleit zusagen möge.

Wenn ich so in die Zukunft hineinschaue, so hat jeder von uns viele Wünsche für das kommende Jahr. Jeder seine eigenen. Ich glaube aber auch, dass wir alle miteinander arbeiten müssen, damit diese Wünsche in Erfüllung gehen.

Was mir immer mehr auffällt in unserer Gesellschaft ist, dass sich die meisten Menschen nur um sich selber kreisen und den Blick auf unsere Mitmenschen verloren haben. Beispiel ist für mich der Ausspruch des amerikanischen Präsidenten nach der Wahl "America first“.

Nur auf sich selber zu schauen, nur in den eigenen Grenzen alles versuchen zu regeln und alle anderen sollen sich danach richten, das ist für mich im Rahmen des Globalisierungsprozesses die falsche Richtung.

Auch könnte man hier den Brexit anfügen. Sich von den anderen lossagen, ohne sich über die Konsequenzen klar zu werden. Dies sind nur zwei Beispiele aus dem Weltgeschehen, die auf den Egoismus der Menschen hindeuten.

Für uns alle ist es eine Aufgabe, den Egoismus zu durchbrechen und wieder mehr den Blick auf die Mitmenschen zu richten. Wieder mehr zu sprechen, als lange Abhandlungen zu schreiben, wieder mehr den Mitmenschen - auch in unserer Kolpingsfamilie - zu unterstützen, als selber für sich alles zu raffen.

Wenn uns das gelingt, dann kann in unserer Umgebung und in unserem Staat ein bisschen von dem Licht aufleuchten, das uns durch Jesus in der Krippe geschenkt wurde.

 

So verbleibe ich verbunden mit dem Wunsch - cum deo - auf ein von Gott gesegnetes Jahr mit einem Treu Kolping.

         

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

                        Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

 

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